Mein Krustentier

Anfang 2015 wurde bei mir eine sehr seltene Krebserkrankung diagnostiziert, das Angiosarkom. Seit dem erfolgten etliche Operationen, Bestrahlungen und Untersuchungen. Seit Mitte 2018 weiß ich, dass “mein” Krebs nicht heilbar ist. Ich nehme dauerhaft Chemotabletten, um der Bildung neuer Sarkome vorzubeugen und die Entstehung von Metastasen zu unterbinden. Meinen Gesundheitszustand würde ich ein bisschen als Achterbahnfahrt bezeichnen. Mal geht es mir eine Zeit lang (für meine Verhältnisse) wirklich gut und ich vergesse fast, dass ich Krebs habe. Dann kommen aber wieder Zeiten, in denen es mir schlecht geht und ich mich extrem schonen muss. Manchmal geht dann sozusagen gar nichts mehr.

Hinzu kamen nach und nach so genannte Nebenerkrankungen, die mehr oder weniger auf die Krebserkrankung beziehungsweise die Medikamenteneinnahme zurückzuführen sind. Meine Lungenärztin fand heraus, dass ich COPD im Anfangsstadium habe und meine Hausärztin sowie mein Neurologe attestierten mir Fibromyalgie. Zu guter Letzt sagte mein Zahnarzt mir vor einigen Wochen, dass mein Unterkieferknochen durch die Chemotabletten instabil und brüchig wird, so dass meine Zähne sich leicht lockern und ich häufig Entzündungen im Kiefer habe.

Durch meiner Krebserkrankung wurde ich erwerbsunfähig und bin mittlerweile in Frührente. Zwar würde ich immer noch sehr gerne in meinen alten Beruf zurückkehren (einmal Sekretärin – immer Sekretärin), nutze jedoch jetzt die Zeit, um mich endlich meiner Leidenschaft für das Schreiben zu widmen.