DIY,  Heimwerken

Hab ich selbst gebaut… Heimwerken – Teil 1

Früher, als ich noch klein war, habe ich meinem Papa immer gerne beim Arbeiten zugeschaut. Er war Handwerker von Beruf und das wirklich mit Leib und Seele. Alles rund um unser Haus hat er selbst gemacht. Ob es nun um einfache Dinge wie den tropfenden Wasserhahn ging oder etwas aufwendigere Arbeiten wie einen Einbauschrank im Flur, ein Gartenhäuschen bauen oder Gehwegplatten legen. Alles machte er nicht nur akkurat, sondern auch sehr gewissenhaft. Pfusch gab es bei ihm nicht. Wenn schon, dann bitte schön so, dass es aussah als wäre es aus einem Möbelhaus. Als meine Eltern ihr Haus saniert haben, legte mein Vater alle Wasserleitungen und Elektrokabel selbst. Die Fachmänner zur Abnahme staunten nicht schlecht über die gleichmäßig verlaufenden Kabel und Rohre und meinten, keiner von ihnen hätte das besser gekonnt.

Ich fand es toll, wie aus einfachen Brettern, Nägeln und Schrauben Dinge entstanden, die so einzigartig waren, dass nur wir sie hatten. Mit ca. vier Jahren wollte ich meinen eigenen Werkzeugkoffer haben, um genau so tolle Sachen bauen zu können wie mein Vater. Meine Mutter sah meinen Wunsch eher mit gemischten Gefühlen und versuchte, mich mit einer neuen Puppe abzulenken. Die Puppe nahm ich und hatte sie auch wirklich sehr lieb (als Puppenmama war ich unschlagbar) aber meinen eigentlichen Wunsch hatte ich dadurch nicht vergessen.

Und so kam es, dass ich einige Wochen später mit meinem Vater im Keller stand und er mir in einem kleinen Kinderkoffer aus seinen ausrangierten Schraubendrehern, einer kleinen alten Zange sowie ein paar Schrauben und Nägeln meinen ersten eigenen Werkzeugkoffer zusammen stellte. Meine Omi nähte mir eine Latzhose (die trug mein Papa nämlich immer beim Handwerken) und stolz wie Bolle saß ich fortan neben ihm und werkelte an meinen eigenen kleinen Holzstücken.

Heute gibt es ja diese wunderbaren kleinen Werkzeugattrappen für Kinder. Bohrmaschinen und Akkuschrauber mit Bohr- und Schraubgeräuschen, Hammer, Zangen, Sägen und Schraubendreher aus Kunststoff. Als ich das bei der Tochter meiner Nachbarin entdeckt habe, war ich ernsthaft für einen Moment richtig neidisch. So was unter dem Weihnachtsbaum wäre für mich die Krönung des Heiligabends gewesen. Aber Anfang der 70er Jahre – als ich in dem Alter war – gab es so etwas noch nicht.

Ich habe dafür mit echtem Werkzeug richtig “heimwerken” gelernt. Unter der Anleitung meines vor Stolz platzenden Vaters schlug ich mit ca. fünf Jahren meinen ersten Nagel kerzengerade in die Wand und er hielt sogar, als wir ein Bild daran aufhängten. Mit sechs Jahren baute ich (fast) alleine ein kleines Häuschen für mein Kaninchen. Und als ich mein erstes “Jugendzimmer” (so hieß das damals) bekam, bestand ich darauf, jedes Möbelstück selbst zusammenzubauen. Und was soll ich sagen, die Möbel standen, wackelten nicht und sahen aus wie auf der Beschreibung abgebildet.

Später dann lernte ich, wie man tropf- und nasenfrei lackiert, Löcher in Wände bohrt und Schränke aufhängt. Steckdosen und Lichtschalter kann ich ohne Probleme austauschen, nur an das Verlegen von Kabeln habe ich mich nie ran getraut. Ich weiß, das sollte man ohnehin lieber einem Fachmann überlassen.

In all meinen Wohnungen (ob nun mit oder ohne Mann) gab es kaum ein Möbelstück, welches ich nicht selbst zusammen geschraubt habe. Ich liebe es, die Verpackung aufzureißen, Bretter, Schrauben und Zubehörteile zu sortieren und anschließend das fertige Möbelstück aufzustellen. Und dabei handelt es sich nicht nur um Klassiker aus dem schwedischen Möbelhaus!

Aber so richtig hüpft mein Heimwerkerherz bei Dingen, die ich selbst baue oder verschönere. Mein absoluter Favorit in Sachen DIY ist das Streichen und Lackieren. Sobald ich den Pinsel schwinge gleite ich in eine absolut meditative Entspannung. Und am Ende schaue ich stolz auf die gestrichene Fläche und lächle selig vor mich hin.

Leider habe ich meine “Heimwerkerkunst” erst seit 2015 fotografisch festgehalten. Vorher habe ich mehr so im Verborgenen vor mich hingewerkelt 😀

Hier seht Ihr Bilder von einigen Projekten aus unserer vorigen Wohnung:

Der Einbauschränke in Flur und Schlafzimmer waren vorher beige und von innen aus rohem Holz.
Nach Abschluss meiner Malerarbeiten strahlten beide innen und außen in reinem Mattweiß. Da ich keine glänzenden Anstriche mag, nehme ich Mattlack. Hier am liebsten den matten Weißlack von Alpina. Der deckt super gut, bildet eine schöne matte, glatte Oberfläche und sieht einfach edel aus.
Außerdem bekamen sie neue Porzellan Türgriffe anstelle der alten Plastikgriffe.

Die Fensterbänke waren mit brauner Folie überzogen. Diese habe ich abgelöst und durch matte weiße Folie von DC Fix ersetzt.
Unsere Wohnungseingangstür war vorher aus braunem Holz und schon ziemlich verschrammt und unansehnlich. Auch hier kam weiße Folie zum Einsatz. (Und natürlich habe ich hinterher auch noch den Rahmen neu gestrichen…)

Die Küche hatte grüne Bodenfliesen, rosé marmorierte Wandfliesen und war buchefarben. Nach Rücksprache mit unserer Vermieterin durften wir die alte Küche entfernen und durch eine neue weiße Küche ersetzen. Ich entschied mich für die günstige Variante aus dem schwedischen Möbelhaus (Fyndig), die mittlerweile leider aus dem Programm genommen wurde. Die Wandfliesen habe ich mit weißer Fliesenfarbe übergestrichen und über die grünen Bodenfliesen haben wir dunkles Laminat gelegt.

Letztes Jahr sind wir aus unserer Wohnung in ein Haus gezogen. Unsere Nachmieter haben sich sehr über meine Streich- und Bastelwut gefreut und den top renovierten Zustand der Wohnung gelobt.

Ich wiederum habe mich nicht nur auf unser neues Häuschen gefreut, sondern vielmehr auch darauf, was ich hier jetzt wieder alles neu machen kann.

In einem der nächsten Beiträge zeige ich Euch, wie unser Haus nach der Renovierung aussieht.

Die Nennung der Markennamen dient nur informativen Zwecken. Es handelt sich nicht um bezahlte Werbung, da alles selbst gekauft wurde.

6 Comments

  • Anonymous

    Das ist alles ganz wunderbar geworden, Hut ab!
    Mein Vater hat auch immer alles selber renoviert, tapeziert und angemalt. Er war allerdings kein Handwerker, aber mindestens ebenso pingelig. Daher bin ich auch in der Lage zu tapezieren und Türen und Fenster zu malen. Das hat sich schon als sehr nützlich erwiesen. Das sieht man ja auch auf deinen Fotos, das ist zu einer richtigen Vorzeigewohnung geworden!

  • Marcus

    Das schöne beim Selbstheimwerkeln ist: es macht nicht nur Spaß, sondern spart auch jede Menge Schotter. Weiter so. Wir haben eh zu wenig Selbermacher!

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