Early 50 von A bis Z: F – wie Feng Shui


A-Z / Sonntag, August 26th, 2018

Ja, ich bin eine Feng Shui Tante (der Ausdruck stammt von meinem Mann). Ich achte darauf, alles in unserer Wohnung so auszurichten, dass die Energie gut und ungehindert fließen kann. Gerne schiebe ich dafür auch mal eine Vase 3 mm nach links oder rechts.

Am Anfang stiftete ich völlige Verwirrung bei ihm, wenn ich Dinge ohne Kommentar an den ursprünglichen Platz zurückschob oder ihn bat, mich bitte den Brunnen auffüllen zu lassen, weil ich dafür ein kleines Ritual hätte. Irgendwann ließ er sich mehr oder weniger bereitwillig erklären, was es mit diesem “Feng” eigentlich auf sich hätte. Ich glaube, er hat es bis heute weder richtig verstanden noch glaubt er auch nur im Entferntesten daran. Aber, das ist nicht schlimm, denn er toleriert es. Mittlerweile “darf” er sogar den Brunnen auf unserem Balkon alleine auffüllen oder die Glühbirne in unserer Beziehungslampe wechseln. Nach getaner Arbeit, kommentiert er dies stets mit dem Satz: “Ich darf das! Feng und ich sind nämlich ganz dicke.”

Mittlerweile sind Aussagen wie “Ja Schatz, die Lampe MUSS genau da stehen bleiben.” oder “Lass bitte den Toilettedeckel nicht offen, sonst sind wir irgendwann pleite.” ebenfalls normal für ihn. Anderen Menschen, die uns besuchen, erklärt er ungefragt, dass wir einen Mitbewohner namens Feng hätten und dieser auf seinen eigenen persönlichen Einrichtungsstil bestehen würde. Auch das mehr oder weniger regelmäßige Räuchern unserer Wohnräume erträgt mein Mann mit Fassung.

Angefangen hat das alles vor ca. 15 Jahren. Die Tochter einer meiner Auftraggeberinnen machte sich gerade selbständig mit Feng-Shui- und Energieberatung. Als sie mir anbot, mich quasi als Testperson zu nehmen und meine Wohnung zu inspizieren und energetisch zu reinigen, war ich sofort Feuer und Flamme. Genau ließ ich mir jeden Schritt erklären, beobachtete fasziniert die Reaktionen des Räucherwerks in den einzelnen Räumen und fühlte mich anschließend rundum wohl in meinen “neuen” komplett gereinigten und mit frischer Energie aufgeladenen vier Wänden. Mein erstes Buch über das Wohnen mit Feng Shui bekam ich von ihr. Auch den ersten Feng-Shui-Glücksbringer drapierte sie in meiner Wohnung. Einige weitere kaufte ich in den nächsten Jahren dazu.

Meine Freundin, die von alle dem nicht wusste und einige Tage später zu Besuch kam, fragte mich im Laufe des Abends, ob ich in der Wohnung irgend etwas verändert hätte. Irgendwie käme es ihr vor, als sei etwas anders, sie könnte aber nicht sagen, was es ist. Auch wenn ich vorher schon an Feng Shui, fließende Energien etc. geglaubt hatte, jetzt war ich mir sicher, es wirkt wirklich.

Jedes Büro, in dem ich seit dem tätig war, wurde von mir auf versteckte Energieräuber, tote Ecken oder stockende Energieflüsse untersucht und diese dann umgehend eliminiert. Innerhalb der ersten Wochen nach Arbeitsbeginn wurden kleine Zimmerbrunnen, Buddhas und Pflanzen platziert, um ein angenehmes Energieklima zu schaffen. Meine Chefs haben dies nicht nur ertragen, sie waren ausnahmslos sehr interessiert und baten mich teilweise sogar, ihr Büro ebenfalls zu bestücken.

Bei Wohnungen, in die ich einziehen möchte, inspiziere ich den Grundriss nicht etwa nur, weil mich die Zimmergrößen interessieren, sondern vielmehr weil ich wissen möchte, wo welche kleinen Hilfsmittel von Nöten sein werden. Nach den vielen Jahren des Ausprobierens, etlichen besuchten Seminaren und noch mehr gelesenen Büchern spüre ich heute nahezu sofort nach Betreten einer Wohnung, egal ob es nun meine eigene, eine eventuell zukünftige oder eine fremde ist, die fließende (oder eben auch nicht fließende) Energie.

Zum Glück für meine Beziehung zu Feng stehe ich nicht auf zugestellte oder “überdekorierte” Wohnungen, schön clean und übersichtlich soll alles sein. Und das nicht nur, weil unser (unsichtbarer und stiller) Mitbewohner es so mag.

An einigen wenigen Dekostücken komme aber auch ich nicht vorbei. Zu meinen liebsten Stücken zählen Buddhas (in allen Größen), kleine und größere Brunnen sowie Feng-Shui-Glücksbringer aus Edelsteinen. Wenn ich – was nicht sehr oft vorkommt – etwas besonders Schönes oder Außergewöhnliches sehe, nehme ich es mit. Nach bestimmten Dinge habe ich manches Mal jahrelang gesucht.

Richtig stolz bin ich auf meine dreibeinige Geldkröte, die ich durch Zufall auf einem Wochenmarkt in Travemünde gefunden habe und einen Buddhakopf aus einem thailändischen Kloster. Den Kopf habe ich eigenhändig (natürlich mit Zertifikat und Genehmigung) aus Chiang Mai mit nach Deutschland gebracht. Leider habe ich ihn am Anfang meiner Rundreise entdeckt und so begleitete mich das zugegeben nicht gerade leichte Stück zu jeder weiteren Station der dreiwöchigen Reise. Die Ausreise aus seinem Heimatland war genauso kompliziert wie später die Einreise in seine neue Heimat. Jeder Zöllner begutachtete argwöhnisch die ausgestellten “Reisepapiere”, ließ ihn jedoch nach genauer Prüfung aus- und einreisen. Das ist jetzt viele Jahre her, aber genau diese “gemeinsamen Erlebnisse” machen ihn für mich auch heute noch zu einem ganz besonderen Stück.

Hier sind einige meiner “Schätze”. Es handelt sich ausnahmslos um Einzelstücke, die ich mehr oder weniger durch Zufall in den Jahren gefunden und zusammengetragen habe.

Mein absoluter Traum wäre noch ein kleiner Garten. Die Planung ist seit Jahren in meinem Kopf abgeschlossen und wartet eigentlich nur noch darauf, in die Tat umgesetzt zu werden. Aber, wie heißt es so schön, man weiß ja nie, was das Schicksal noch alles für einen vorgesehen hat. Und vielleicht bekomme ich ja irgendwann auch noch meinen kleinen Feng-Shui-Garten.

Manche von Euch werden bestimmt den Kopf schütteln und denken, die Early50 spinnt. An so einen Blödsinn kann man doch nicht glauben. Aber ich behaupte, dass so manches Positive in meinem Leben erst passiert ist, nachdem ich bestimmte Ecken in meinem Wohnbereich “aktiviert” habe.

Und auch, wenn das wirklich alles Blödsinn sein sollte, mir hilft allein der Glaube daran, dass es so sein könnte. Und einen Glauben, an was auch immer, zu haben, ist doch auch etwas Schönes.

2 Replies to “Early 50 von A bis Z: F – wie Feng Shui”

  1. Feng und ich würden uns wohl nicht so gut vertragen, weil ich clean wohnen gar nicht will und einen ganzen Haufen nutzlosen Klimbim in der Wohnung habe. Aber der ist wichtig!
    Allerdings sitze ich lieber an meinem Schreibtisch, seit mir mal wer erklärt hat, dass man per Feng Shui wohl nie mit dem Rücken zur Tür sitzen soll. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber es funktioniert.
    Liebe Grüße!

  2. So straight könnte ich nicht leben, obgleich ich eine gewisse Grundordnung liebe. Wir haben 2 Katzen, da erübrigt sich “schöner wohnen” weitestgehend 🙂 Wichtig ist, sich zuhause zu fühlen, gleich, auf welche Art.

    Ich mag übrigens japanische Gärten sehr. Sie haben etwas sehr beruhigendes.
    Lieben Gruß Dir.

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