1000 Fragen an mich selbst, Teil 5


1000 Fragen an mich selbst / Samstag, Dezember 15th, 2018

Fast hätte ich meine 1000 Fragen an mich selbst vergessen. Aber beim Packen unserer Umzugskisten habe ich das kleine Büchlein wieder entdeckt und nun mache ich mich gleich daran, die nächsten Fragen zu beantworten.

71. Welches Wort bringt Dich auf die Palme?

Entschleunigen. Ich kann nicht mal genau sagen, warum. Ich sehe dann immer einen “wahnsinnig erfolgreichen” jungen Mann vor mir mit weißem Hemd, um die Schultern gelegtem Pullover, einem Schal um den Hals drapiert, einer dunkelblauen Jeans und Mokassins, der meint, sein ansonsten wahnsinnig stressiges Leben entschleunigen zu müssen…

72. Bist Du schon jemals im Fernsehen gewesen?

Wenn auch als Zuschauer gilt, ja. Vor ca. zwölf Jahren habe ich Freikarten für eine Live-Aufzeichnung der Britt Talkshow bekommen. Und weil ich mich so über die Talkgäste aufgeregt habe, war ich ganz lange eingeblendet…

73. Wann warst Du zuletzt nervös?

Bei meiner letzten CT- und MRT-Untersuchung. Und das bin ich jedes Mal, bis ich das Ergebnis bekomme.

74. Was macht Dein Zuhause zu Deinem Zuhause?

Dass es der Ort ist, den ich mir mit den am meisten geliebten Wesen meines Lebens teile. Meinem Mann und meinem Hund.

75. Wo informierst Du Dich über das Tagesgeschehen?

Ich schaue täglich Nachrichten und habe eine News-App abonniert.

76. Welches Märchen magst Du am liebsten?

Schneewittchen. Weil ich sie mir immer wunderschön vorgestellt habe mit ihren langen schwarzen Haaren. Und auch, weil ich böse Stief- (oder für mich als Interpretation Schwieger-) Mütter nicht mag.

77. Was für eine Art von Humor hast Du?

Tiefschwarz mit einer großen Portion Galgenhumor. Das hat mich in so mancher Situation schon sehr vor der Verzweiflung gerettet. Ich denke auch, dass man das Leben (mit oder ohne schwere Erkrankung) einfach besser erträgt, wenn man vieles mit Humor nimmt.

78. Wie oft treibst Du Sport?

Wenn auch meine Krankengymnastik und Gassigehen zählt, jeden Tag. Leider habe ich bis jetzt noch keine Sportart gefunden, die ich mit meinem gefühllosen Bein und meinen anderen Erkrankungen gefahrlos machen kann. Schwimmen würde gehen, aber da ich sehr wasserscheu bin und Chlorwasser eklig finde, scheidet das mal komplett aus.

79. Hinterlässt Du einen bleibenden Eindruck?

Ich glaube schon. Als ich noch Seminare gegeben habe, erhielt ich oftmals Anrufe von neuen Kunden, die mich buchen wollten, weil Ihnen gesagt wurde, sie bräuchten Frau K., die hilft Ihnen, richtig zu kommunizieren. Und gerade letzt hörte ich, wie jemand sagte, ich weiß nicht, wie sie heißt, aber die Dame mit den kurzen braunen Haaren, die finde ich total nett.

80. Auf welche zwei Dinge kannst Du nicht verzichten?

Wenn es um Dinge geht, die ich häufig benutze, dann 1. auf mein Handy. (so peinlich es mir auch ist, weil es meine Abhängigkeit dokumentiert) und 2. auf meinen Kindle, auf dem sich so viele schöne Bücher befinden.

Zu den Dingen, auf die ich leider nicht verzichten darf, gehören meine Chemotabletten und mein orthopädischer Stützstrumpf.

81. Was würdest Du tun, wenn Du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest?

Ich würde endlich meine beiden angefangenen Romane fertig schreiben, viele Stapel Bücher lesen und versuchen, etwas in den Gefängniswerkstätten zu erlernen, was mich schon immer mal interessiert hat, wie z. B. Möbel bauen oder etwas ähnlich Handwerkliches.

82. Was hat Dich früher froh gemacht?

Auf dem Rücken eines Pferdes zu sitzen oder einfach nur von Pferden umgeben zu sein und mich um sie zu kümmern.

83. In welchem Outfit gefällst Du Dir sehr?

In einem knielangen Rock oder Etuikleid, Rollkragenpullover, blickdichten Strumpfhosen und flachen Stiefeln. Ich fühle mich sehr weiblich und verstecke gleichzeitig mein kaputtes Bein in den Stiefeln.

84. Was liegt auf Deinem Nachttisch?

Ein Fläschchen Nagelöl, welches ich abends immer sehr gewissenhaft auftrage, eine Schachtel Oropax (falls Mann und Hund neben mir schnarchen) und ein Engelbild, welches mir Schutz geben soll.

85. Wie geduldig bist Du?

Wenn es darum geht, anderen etwas zu erklären, Dinge zu reparieren oder zusammen zu bauen, bin ich sehr geduldig. Geht es aber um meinen Körper, meine Leistungsfähigkeit oder Genesung, bin ich leider sehr ungeduldig.

86. Wer ist Dein gefallener Held?

Einer meiner ehemaligen Chefs, der für mich ein Inbegriff von Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Empathie war. Bis zu dem Moment, wo ich mitbekam, dass er seine hochschwangere Frau betrog und der Firma Geld unterschlagen hat.

87. Gibt es Fotos auf Deinem Mobiltelefon, mit denen Du erpressbar wärst?

Wenn es darum ginge, Herrn Weight Watchers darüber zu informieren, dass ich mich heimlich nicht nach Plan ernähre, auf jeden Fall.

88. Welcher Deiner Freunde kennt Dich am längsten?

Meine Freundin Birte (von mir liebevoll Bibo genannt, weil sie im Kindergarten den großen gelben Vogel aus der Sesamstraße so toll fand). Wir haben uns an unserem ersten Tag im Kindergarten kennengelernt. Ich habe mich vor sie hingestellt und gefragt: “Willst Du meine Freundin sein?” Das war vor 46 Jahren und seit dem sind wir eng miteinander verbunden.

89. Meditierst Du gern?

Ja. Früher habe ich regelmäßig meditiert, heute komme ich leider eher selten dazu. Aber es hilft mir immer, zu mir selbst zurück zu finden.

90. Wie baust Du Dich nach einem schlechten Tag wieder auf?

Ich rufe mir all die kleinen Dinge ins Gedächtnis, die trotz des schlechten Tages gut gelaufen sind. Dann schaue ich mich in unserem neuen Zuhause um, sehe meinen Mann, meinen Hund und den wunderschönen Ausblick über Felder und Wiesen und denke, was für ein Glück es ist, dieses alles zu haben und zu erleben. Da verblassen dann meistens ganz schnell die Dinge, die nicht so gut gelaufen sind.

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